Historischer Verein Lauf a.d. Pegnitz e.V.
- Freunde des Stadtarchivs

RÜCKBLICKE


2026

Katharina Melanchthon „kann nicht kochen“


Ein Vortrag von Dr. Andrea König in der Laufer Johanniskirche räumte mit diesem Vorurteil nachhaltig auf und nahm die Zuhörer*innen mit in die Gedankenwelt der unbekannten Ehefrau des Reformators Philipp Melanchthon.

Am 25. August 1518 traf der 21-jährige Philipp Melanchthon in Wittenberg ein, um den Lehrstuhl für Griechisch an der dortigen Universität anzutreten. Kaum 1,50 Meter groß, mit recht knabenhafter Anmutung und einem leichten Sprachfehler zerstreute er bereits bei seiner Antrittsrede die Vorbehalte der Wittenberger und von Martin Luther. Zwischen den beiden Männern entwickelte sich schnell eine vielschichtige Beziehung, in deren Verlauf sie die Reformation gemeinsam maßgeblich prägten.

So könnte ein klassischer Vortrag über die Geschichte der Reformation beginnen und lange weiter gehen: Zwei Männer schreiben Weltgeschichte. Andrea König richtete am 14. September 2026 ihren Blick aber vor allem darauf, dass neben diesen Männern Ehefrauen standen. Während die Frau Luthers, Katharina von Bora, in der Geschichte eine eigenständige Rolle einnimmt, blieb die andere Katharina, Ehefrau der Melanchthon, eine Unbekannte.

Dr. Andrea König, Theologin und Pädagogin sowie Referentin bei forum frauen im Amt für Gemeindedienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern änderte das. Dank ihrer Forschung lässt sich heute auch von der Frau an Melanchthons Seite ein griffiges Bild zeichnen, an deren Leben sie die Zuhörer*innen über die Gedankenwelt teilhaben lässt. Die ausgebildete Handwerkerin und wohlhabende Unternehmers- und Bürgermeisterstochter aus Wittenberg ging aus Vernunft die Ehe mit dem eigenwilligen Intellektuellen von auswärts ein, dessen Briefe uns eine mutige, hilfsbereite, selbstlose und glaubensstarke Frau offenbaren.

Wer erzählt uns Geschichte(n)? Was wird erwähnt, was weggelassen? Welchem Zweck dienen Erzählungen? König zeigte in der Laufer Johanniskirche eindrücklich, dass es sich lohnt, diese Fragen immer wieder neu zu stellen. Melanchthon selbst schreibt in einem Brief, dass seine Frau nicht kochen kann. Ein Halbsatz der ausreichte, um Katharina Melanchthon über Jahrhunderte als unfähige Hausfrau darzustellen, ohne weiter auf ihre Persönlichkeit einzugehen. Und um ihre Nachbarin Katharina von Bora als vortreffliche Hauswirtschafterin durch maximalen Kontrast weiter zu bestärken. Dank der Arbeit von Andrea König wissen wir es nun besser: Melanchthon hat seine Frau hier nicht als unfähige Köchin beschrieben; sie war im neunten Monat schwanger und dadurch körperlich stark eingeschränkt. Melanchthon erwähnt diese Umstände im Brief vermutlich deshalb nicht, weil der Empfänger diese bereits kannte.

Der Vortrag fand auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde und des Historischen Vereins Lauf statt.


2025

Weihnachtsmarkt im Spitalhof




Mitgliederversammlung


Tag der Jugend im Jugendzentrum Lauf

Der Historische Verein Lauf und die Altstadtfreunde Lauf waren mit einem gemeinsamen Info-Stand vor Ort. Die Initiatoren hatten Vereine eingeladen, sich der Jugend zu präsentieren und evtl. Mitmachaktionen anzubieten. Unser kleines Ratespiel zu historischen Gebäuden fand großen Anklang und wir hatten manchen herzhaften Lacher am Stand.


Buchvorstellung „Goldene Straße“ (von Rainer Christoph)

Eine vollbesetzte Burgstube in der Wenzelburg hatte der Historische Verein Lauf e.V. als Mitveranstalter zusammen mit den Altstadtfreunden Lauf bei der Buchvorstellung von Rainer J. Christoph aus Weiden. „Die Goldene Straße – Via Regia von Nürnberg nach Prag – Kaiser Karl IV. – König aus der goldenen Wiege“ so der zwar lange, aber themenumfassende Titel. Christoph hat in diesem reich bebilderten Buch 30 Jahre Recherchearbeit verarbeitet und beleuchtet wesentliche Stationen der „Goldenen Straße“. Er hat alle Orte selbst besucht und konnte den Vortrag mit entsprechenden persönlichen Geschichten ergänzen. Nach der ersten Verwunderung über sein Auftreten im Gewand eines kaiserlichen Reliquiars entlockte er dem Publikum mit launigen Bemerkungen zum schwunghaften Reliquienhandel zu Zeiten Kaiser Karls IV manches Schmunzeln. Ein gelungener Abend.